Dieter Hebig

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Archivalienausstellung

Mit der Gestaltung und Organisation von Ausstellungen hatte ich erstmals zu tun, als ich vor dem Studium am Agrarhistorischen Museum in Kloster Veßra gearbeitet habe. Später war ich berufsbedingt vorwiegend mit Archivalienausstellungen befasst. 

Mein größtes und wichtigstes Projekt  war die Ausstellung von 500 Originaldokumenten 1990 im Museum für Deutsche Geschichte/Deutschen Historischen Museum in Berlin. Geplant und vorbereitet wurden die Ausstellung und der Katalog noch vor der Wende. Als ich zum 1. Januar 1989 Leiter der Abteilung Publikation/ Öffentlichkeitsarbeit wurde, übernahm ich auch die Gesamtleitung dieses Vorhabens. Die Ausstellung sollte im damaligen Museum für Deutsche Geschichte in Berlin unter dem Titel "1000 Jahre deutsche Geschichte. Dokumente aus Archiven der DDR" zu sehen sein. Die Wendeereignisse und die darauffolgende rasche Entwicklung hin zur deutschen Einheit ließen die Realisierung unmöglich erscheinen. Jedoch gelang es, den Leiter des Deutschen Historischen Museum im damaligen Westberlin, Prof. Dr. Stölzl, zu gewinnen. Er war bereit die Ausstellung zu zeigen. Nachdem das Deutsche Historische Museum schon im Sommer 1990 das Museum für Deutsche Geschichte übernahm war der Weg frei. Geändert wurde lediglich der Titel der Ausstellung, die jetzt "Stille Schätze. Archivalien und Zeugnisse aus elf Jahrhunderten deutscher Geschichte" hieß. Der bereits im Herbst 1989 fertiggestellte Katalog bekam ein neues Titelblatt und es wurde ein neues Plakat gedruckt. 

Die Ausstellung lief vom 21. September bis zum 2. Dezember 1990, sie begann also in den letzten Tagen der DDR und endete im vereinten Deutschland. Trotz aller mit dieser Umbuchsituation verbundenen Probleme und Auflösungserscheinungen gelang es nicht nur, die zahlreichen Leihgaben - gezeigt wurden ausschließlich Originale - aus 55 Archiven und 11 Museen rechtzeitig heranzuschaffen, sie wurden nach Schließung der Ausstellung auch ausnahmslos mit der gebotenen Sorgfalt zurückgebracht - das war die letzte größere Aktion des zu diesem Zeitpunkt noch bestehenden Zentralen Archivamts. 

Einen Eindruck von der Ausstellung vermittelt der Bericht von Gerlinde Grahn in den ARCHIVMITTEILUNGEN 40/6 (1990), S. 242-243 – PDF-Datei.

Von dem Katalog können hier nur der Anfang sowie beispielhaft einige Seiten gezeigt werden. Als Autor habe ich am Katalog nicht mitgewirkt, nur das Vorwort der Staatlichen Archivverwaltung/Zentrales Archivamt ist von mir.   – PDF-Datei

 

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Ausgabe vom 05.05.2021

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